Kinderschutz

Pflegen Pflegeeltern ihre Eltern?

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Was ist Pflegeelternschaft?
Pflegeeltern tun das, was alle Eltern tun. Sie kümmern sich um Kinder - für eine bestimmte oder unbestimmte Zeit, ganz oder teilweise. Durch sie erfahren Kinder Geborgenheit und Aufmerksamkeit und können sich so gut entwickeln. Pflegeeltern geben Kindern ein Zuhause. Sie helfen ihnen dabei, ihre Wurzeln zu finden und mit ihrer Geschichte zu leben. Sie unterstützen dabei auch den Kontakt zu den leiblichen Eltern, je nach Situation in unterschiedlichem Ausmaß.
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Pflegeformen

Als Pflegemutter/vater wirst du vielleicht:

  • ein Kind für längere Zeit oder bis zur Volljährigkeit in die Familie aufnehmen
  • ein Kind für einen begrenzten Zeitraum begleiten, bis seine Eltern das wieder selber schaffen
  • einfach eine Zeit überbrücken, in der z.B. eine Mama ins Krankenhaus muss
  • Eltern entlasten und ein Kind regelmäßig, z.B. am Wochenende, betreuen

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Unterschied zur Adoption

Adoptivkinder werden von ihren Eltern zur Adoption freigegeben oder sind sogenannte „Findelkinder“. Die Kinder- und Jugendhilfe sucht für diese Kinder die am besten geeigneten Adoptiveltern. Adoptiveltern sind vor dem Gesetz wie leibliche Eltern, mit allen Rechten und Pflichten. Auch sie begleiten Kinder dabei, ihre Wurzeln zu finden und mit ihrer Geschichte zu leben. Kontakt mit den Herkunftseltern findet nur dann statt, wenn alle das wollen - in der Regel sehr selten.

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Kinderwunsch?
Menschen mit Kinderwunsch denken meist in erster Linie an Adoption. Wahrscheinlich kannst du dir am Anfang gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn man Verantwortung für ein Kind übernimmt, das zwei Familien hat und seine Eltern regelmäßig sieht. Oder, wie es ist, wenn ein Kind zu seinen Eltern zurückkehren soll. Wenn du überlegst, einem Kind eine Chance zu geben, frag bei der Kinder- und Jugendhilfe nach. Informier dich über Unterschiede und Möglichkeiten. Manchmal entstehen bei der Beschäftigung damit neue Ideen und Haltungen und du kannst ganz bewusst entscheiden, welchen Weg du dir zutraust und in welcher Form du für ein Kind da sein willst.
Kannst du mir am Nachmittag weitspucken lernen?

Müssen wir Superhelden sein, um für ein Pflegekind zu sorgen?

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Du musst nicht perfekt sein

Es kommt nicht auf deine Herkunft, dein Geschlecht, deine Ausbildung oder dein Geld an. Auch nicht, ob du alleine, in einer Partnerschaft (auch in einer gleichgeschlechtlichen) oder in einer Familie lebst. Nicht einmal, ob du 24 / 7 oder nur ein paar Stunden Zeit hast. Wir suchen Menschen mit einem großen Herzen, die Platz für ein Kind haben.

Verständnis, Zuneigung und Geduld solltest du natürlich aufbringen und die Bereitschaft, der Herkunftsfamilie positiv zu begegnen. Und du solltest Verlässlichkeit und Stabilität mitbringen. Wenn du gesund bist und mit beiden Beinen fest im Leben stehst, bringst du wesentliche Voraussetzungen mit!

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Wie wirst du Pflegemama/-papa?

Du nimmst Kontakt mit der Kinder- und Jugendhilfe in deinem Wohnbezirk auf. Dort erhältst du eine umfassende und unverbindliche Beratung über die verschiedenen Möglichkeiten. Je nachdem, für welche Betreuungsform du dich entscheidest, sieht dann der weitere Weg unterschiedlich aus.

Je häufiger und intensiver du dich um ein Kind kümmern möchtest, umso wichtiger ist eine gezielte Vorbereitung. Ein Blick ins Strafregister ist selbstverständlich sowie eine ärztliche Untersuchung und ein Hausbesuch. Gespräche mit SozialarbeiterIn und PsychologIn helfen dir, die künftige Aufgabe realistisch einzuschätzen.

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Begleitung und Unterstützung

In jedem Pflegeverhältnis steht dir dein/e SozialarbeiterIn zur Seite. Wenn du möchtest, kannst du auch an Kursen von plan B teilnehmen, um dich gut auf deine Aufgabe vorzubereiten (für Vollzeit-Pflegeeltern ist das verpflichtend).

Zusätzlich gibt es natürlich noch andere Unterstützungsmöglichkeiten. Das reicht von psychologischer oder rechtlicher Beratung bis hin zum monatlichen Pflegekindergeld und dem Ersatz zusätzlich anfallender Ausgaben. In Pflegeelterngruppen und Seminaren kannst du dich weiterentwickeln und mit anderen Pflegeeltern austauschen. Vollzeit-Pflegeeltern können sich auch bei plan B vollversichert anstellen lassen. Mehr dazu

Hast du Platz für mich und Tiga? Tim

Spielst du mit mir?

Berühre und bewege die Elemente.

Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf

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Wonach Pflegekinder suchen
Du fragst dich vielleicht was für ein Kind zu dir kommen wird? Pflegekinder suchen nach etwas, das ihnen derzeit fehlt. Das sind oft Dinge, die für uns selbstverständlich wirken und ihnen die Welt bedeuten. Wir unterstützen dich dabei, dass du und das Kind einander findet. Es kann sein, dass das Kind manche Dinge noch nicht kann, die andere Kinder im gleichen Alter schon gelernt haben. Oder dass es sehr ängstlich ist. Oder dass es keine Grenzen kennt. Ein Kind isst fast nichts, ein anderes schlingt Essen in sich hinein. Gemeinsam ist allen Pflegekindern - sie benötigen beständige, verlässliche Bezugspersonen, die ihnen geben, was sie brauchen: Sicherheit, Geborgenheit, Aufmerksamkeit und jemanden, der für einen geregelten Tagesablauf sorgt.
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Einem Kind eine neue Chance geben
Pflegekinder hatten es in ihrem bisherigen Leben nicht ganz leicht. Ihre Eltern konnten und können sich nicht so um sie kümmern wie nötig und wie es sich die Eltern selbst auch wünschen würden. Das kann sein, weil sie selber kein gutes Zuhause gehabt haben. Oder weil sie krank sind, manchmal unter Alkohol oder Drogeneinfluss stehen und dann nicht mehr allein oder ausreichend für ihre Kinder da sein können. Oft fällt anderen Menschen oder im Kindergarten, in der Schule, auf, dass dem Kind etwas fehlt. Wenn für die Kinder- und Jugendhilfe klar ist, dass die Familie es - zumindest momentan - nicht allein schafft, kommen Pflegeeltern ins Spiel.
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Wie viele BegleiterInnen braucht ein Kind?
Weil gemeinsam alles leichter geht, arbeitest du mit anderen zusammen. Mit der Kinder- und Jugendhilfe in erster Linie. Dort sagst du, was dein Kind braucht oder was du brauchst, damit du es gut begleiten kannst. Und weil die Situation für Pflegekinder am leichtesten ist, wenn ihre zwei Familien gut miteinander zurechtkommen, arbeitest du, gemeinsam mit dem/r SozialarbeiterIn, auch mit den Eltern zusammen. Das ist nicht immer einfach, weil ihre Lebensumstände vielleicht ganz andere sind als deine. Auch für Eltern ist das oft schwer. Es geht darum, gemeinsam das Beste fürs Kind zu erreichen. In vielen Fällen gelingt es sehr gut.
Mama und Papa ist weg. Brauche dringend neue, die mich auch lieb haben. Danke!

Platz da!? Der Pflegeeltern-Podcast

Hast du Platz für ein Pflegekind? Die Kinder- und Jugendhilfe Oberösterreich sucht stets nach Menschen, die Kindern ein zweites Zuhause geben. Im Pflegefamilien-Podcast der Kinder- und Jugendhilfe des Landes Oberösterreich bekommen Pflegeeltern, Pflegekinder und Personen, die sie unterstützen, den Raum, ihre Erfahrungen zu teilen. Dazu laden Eva und David Gäste ein, die uns erzählen, was eine Pflegeelternschaft ausmacht. Damit mehr Kinder in Zukunft Platz in einer Pflegefamilie finden.

Wer beantwortet mir meine Fragen?

Kinder- und Jugendhilfe
Vöcklabruck
Kinder- und Jugendhilfe OÖ
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Welche Pflegeeltern wünschen wir uns?

„Ich wünsche mir Menschen mit dem Herz am richtigen Fleck, die Platz für ein Kind haben. Dabei ist Herkunft, Geschlecht, Ausbildung oder sozialer Status nicht relevant. Auch nicht, ob alleinstehend, in einer Partnerschaft oder in einer Familie lebend. Das Land OÖ baut auf Pflegeeltern, die Kindern eine zweite Chance geben und damit eine tragende Rolle in unserer Gesellschaft übernehmen. Dafür möchte ich allen Pflegeeltern - die es bereits sind und allen zukünftigen - meinen ganz besonderen Dank aussprechen. Sie sind wichtig für Oberösterreich.“

Foto von Landesrat Mag. Michael Lindner

Landesrat Mag. Michael Lindner

Kinderschutz Oberösterreich
Kinder- und Jugendhilfe OÖ
Bahnhofplatz 1
4021 Linz